PCO-Syndrom • PCOS • Polyzystisches Ovar Syndrom

Vom polyzystischen Ovar Syndrom Kurzform PCO-Syndrom (PCOS) sind ca. 6-12% aller Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Die Krankheit lässt sich nicht so einfach definieren, wie beispielsweise Diabetes oder eine Störung der Schilddrüsenfunktion. 

Teile der Gebärmutter bezeichne inkl. PCO

Diagnose des PCO-Syndroms

Das PCO-Syndrom lässt sich eher als ein Komplex von verschiedenen Symptomen beschreiben, die allerdings nicht alle zutreffen müssen. Daher ist auch die Ursache der Erkrankung noch nicht eindeutig geklärt.

Damit PCOS bei dir diagnostiziert werden kann, müssen mindestens 2 der 3 Roterdammer Kriterien erfüllt sein.

Der Begriff enthält bereits einen wichtigen Faktor der Erkrankung, nämlich polyzystisches Ovar (=PCO). Allerdings beschreibt dieser Ausdruck nur das veränderte Aussehen deiner Eierstöcke (Ovarien).

Stellt dein Frauenarzt also die Diagnose PCO, dann lassen sich in deinen Eierstöcken Bläschen, sogenannte Follikel, nachweisen, die bestimmte Kriterien erfüllen. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass du unter dem poylzystischen Ovar Syndrom (PCOS) leidest.

Hierfür musst du zusätzlich Zyklusstörungen und/oder Symptome, die einen Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen (Hyperandrogenismus) wiederspiegeln, aufweisen. Hierzu gehören eine Körperbehaarung mit männlichem Verteilungsmuster, also im Gesichtsbereich, Bauch oder Brust, Akne oder Haarausfall.

Falls deine Eierstöcke keine morphologischen Veränderungen zeigen, kannst du trotzdem am Syndrom der polyzystischen Ovarien leiden, wenn deine Periode ausbleibt und sich bei dir Anzeichen des Hyperandrogenismus finden.

Wichtig ist hierbei, dass andere Ursachen für Zyklusstörungen und Hyperandrogenismus ausgeschlossen werden. Beispielsweise können ein Tumor in den Nebennieren oder eine Schilddrüsenerkrankung ebenso zum Ausbleiben der Monatsblutung oder erhöhten Androgenwerten führen.

Weiterhin darfst du nicht vergessen, dass auch dein Lebensstil Einfluss auf deinen Hormonstoffwechsel ausübt. So führen Stress oder intensiver Sport ebenfalls zum Ausbleiben deiner Monatsblutung. In diesem Falle spricht man von einer hypothalamischen Amenorrhoe.

Rotterdammer Kriterien

Symptome von PCOS

Grob lassen sich die Krankheitssymptome in vier Aspekte untergliedern: dermatologische, ovarielle, psychische & metabolische Aspekte

Symptome von PCOS

Zu den ovariellen Aspekten zählt eine zu seltene Monatsblutung (6-12 Wochen) bzw. das Ausbleiben der Periode (häufigstes Symptom des PCO-Syndrom). Dadurch dass es zu keinem bzw. unregelmäßigen Eisprung kommt, folgt auch eine Unfruchtbarkeit.

Die dermatologischen Aspekte sind oft auch Gründe für das Aufsuchen eines Arztes. Hierzu zählen Hirsutismus (Körperbehaarung mit männlichem Verteilungsmuster, also bsp. Damenbart), Akne, Haarausfall (androgenetische Alopezie) & Virilismus (Köperstatur wird männlicher).

Diese Faktoren führen häufig zu einer Einschränkung der Lebensqualität. Insbesondere die Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes aufgrund von Übergewicht spielt eine große Rolle. Depression & Angststörungen sind deshalb bei PCOS keine Seltenheit.

Ein weiteres Kriterium des PCOS, die polyzystischen Ovarien, lassen sich erst beim Arztbesuch erkennen. Ebenso ein veränderter Hormonspiegel oder eine Insulinresistenz.

Folgekrankheitend durch das PCO-Syndrom

Das PCO-Syndrom schränkt durch seine Symptome nicht nur eure jetzige Lebensqualität ein, sondern hat auch einen großen Einfluss auf eure Gesundheit im Alter. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die richtige Diagnose gestellt wird, um Langzeitschäden zu verhindern.

Diabetes mellitus: Eine mögliche Folgeerkrankung von PCOS ist ein voll entwickelter Typ-II-Diabetes. Für Frauen mit PCOS, die unter einer Insulinresistenz leiden, ist das Risiko hoch später an Diabetes zu erkranken.

Insulinresistenz bedeutet, dass die Zellen eures Körpers bei Zufuhr von Zucker aus der Nahrung auf das ausgeschüttete Insulin schlechter ansprechen. Dadurch produziert euer Körper größere Mengen an Insulin, um diesen Defekt auszugleichen. Die erhöhte Produktion von Insulin führt schließlich zu Diabetes, die häufigste Stoffwechselkrankheit weltweit.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

Eine entscheidende Rolle spielen hier die sogenannten Lipoproteine HDL & LDL. Hierbei handelt es sich um kleine Partikel, die als Transportform von Fetten und Cholesterin im Blut dienen. Die erhöhte Konzentration von männlichen Sexualhormonen bei PCOS-Patientinnen führt zum Abbau von HDL-Cholesterin. Somit ist die HDL-Konzentration bei Frauen mit PCOS oft erniedrigt. Ist als die Konzentration von HDL erniedrigt, führt dies zur Anreicherung von LDL im Blut.

Folgekrankheiten von PCOS

Erhöhte LDL-Konzentrationen führen letztendlich zu einer Gefäßverengung, einer sogenannten Atherosklerose. Diese Erkrankung kann im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

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